Moderne · Sozialistische Zeit
Stolipinowo
das Viertel, das die Stadt 1889 gründete – und das sie noch immer schuldet
Stolipinovo begann mit einem Beschluss des Gemeinderats von Plovdiv aus dem Jahr 1889, etwa 350 Roma aus der Stadt in ein „neues Dorf“ zwei Kilometer östlich umzusiedeln. Heute ist es die Heimat Zehntausender muslimischer und christlicher Roma-Gemeinschaften, von denen sich viele als Türken identifizieren. Das Viertel ist untrennbar mit der Geschichte Plovdivs verbunden: Zu dieser Geschichte gehören die städtischen Entscheidungen, die Überschwemmung von 1957, die Plattenbauten und die anhaltenden Ungleichheiten.
Was noch nicht dokumentiert ist: Öffentliche Quellen zu Stolipinovo sind oft unvollständig oder voreingenommen. Hier stehen nur überprüfbare institutionelle Fakten; Die Alltagsgeschichte des Viertels wartet noch auf ihre Erzähler.
Woher der Name kommt
Zuerst „das neue Dorf“; später benannt nach General Arkadi Stolypin, Stellvertreter des Fürsten Dondukow-Korsakow in Bulgarien nach der Befreiung.
Anreise
Das Viertel liegt am Südufer der Maritsa östlich des Zentrums; Stadtbusse entlang des Iztochen-Boulevards und der Landos-Straße erreichen es.
Chronik des Viertels
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1889
Die kommunale Entscheidung
Nach einem Cholera-Ausbruch beschließt der Gemeinderat, etwa 350 in der ganzen Stadt lebende Roma in eine neue Siedlung 2 km östlich des damaligen Plovdiv umzusiedeln.
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1930er Jahre
Die Burgudzhii
Christliche Roma-Familien („burgudzhii“) ziehen von Kyuchuk Parizh nach Stolipinovo – das Viertel vereint verschiedene Gemeinschaften.
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1957
Die Maritsa-Flut
Die große Überschwemmung macht über 10.000 Einwohner von Plovdiv obdachlos; In Stolipinovo werden Hunderte Wohnungen für betroffene Roma-Familien gebaut.
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nach 1958
Sesshaftmachung per Dekret
Staatliche Sesshaftmachungspolitik führt zur Zwangsansiedlung nomadischer Roma-Gruppen; Das Viertel wächst schnell und es gibt keine entsprechende Infrastruktur.
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heute
Zehntausende Nachbarn
Mit rund 40.000 Einwohnern gehört Stolipinovo zu den größten vorwiegend von Roma bewohnten Stadtvierteln auf dem Balkan – und bleibt ein Test für die Kommunalpolitik.