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Die Maler von Plovdiv: Die Stadt auf Leinwand

Von der Ikonenmalerfamilie des ersten Bürgermeisters bis zu den Galeriehäusern der Altstadt: Wie Plovdiv zu einer Stadt wurde, die nie aufhört, sich selbst zu malen.

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Die Dauerausstellung „Volkskünstler Zlatyu Boyadzhiev“ in der Altstadt – ein Renaissance-Haus, das zur Heimat der Malerei wurde.
Die Dauerausstellung „Volkskünstler Zlatyu Boyadzhiev“ in der Altstadt – ein Renaissance-Haus, das zur Heimat der Malerei wurde. Edal Anton Lefterov

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Die Familie der Ikonenmaler

Stanislav Dospevskis Porträt seines Vaters, des Ikonenmalers Dimitar Zograf, um 1860.
Stanislav Dospevskis Porträt seines Vaters, des Ikonenmalers Dimitar Zograf, um 1860. · Wikimedia Commons · Public domain

Die Malerei in Plovdiv beginnt als Familienhandwerk. Stanislav Dospevski (1823–1877) wurde in Samokov in die berühmteste Ikonenmalerfamilie der Nationalen Wiedergeburt hineingeboren: Sohn des Ikonenmalers Dimitar Zograf und Neffe von Zahari Zograf. Nach seiner Ausbildung an der Kunstakademie in Sankt Petersburg trug er das akademische Porträt in die bulgarischen Länder – und malte seinen eigenen Vater in Öl, so wie Europa seine Bürger malte. Auch die Familie erreichte das Rathaus: Sein Bruder Atanas Samokovliev wurde 1878 Plovdivs erster gewählter Bürgermeister. Die Bürste und die Stadtregierung hatten ihren Sitz im selben Haus.

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Der Tscheche mit der Staffelei auf dem Markt

Ivan Mrkvichka, „Markt in Plovdiv“ (1888) – der bunte Platz, den der Maler jeden Tag beobachtete.
Ivan Mrkvichka, „Markt in Plovdiv“ (1888) – der bunte Platz, den der Maler jeden Tag beobachtete. · Wikimedia Commons · Public domain

Der junge tschechische Maler Ivan Mrkvichka (1856–1938) kam 1881 nach Plovdiv und wurde eingeladen, am Gymnasium Ostrumeliens Zeichen zu unterrichten. Acht Jahre lang lebte er zwischen den Hügeln und brachte die Stadt auf die Leinwand: Märkte, Volkstrachten, Gesichter aus allen Gemeinden des bunten Plovdiv nach der Befreiung. „Markt in Plovdiv“ von 1888 ist vielleicht das beliebteste Ergebnis – eine ganze Straßenszene, eingefangen mit der Herzlichkeit von jemandem, der kein Gast mehr war. Als er 1889 nach Sofia zog, nahm Mrkwitschka ein Thema mit, das ihm die Straßen von Plovdiv gegeben hatten.

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„Rachenitsa“: Das bekannteste Gemälde

Ivan Mrkvichka, „Rachenitsa“ (1894) – die Szene, die aus seinen volkstümlichen Beobachtungen rund um Plovdiv entstand.
Ivan Mrkvichka, „Rachenitsa“ (1894) – die Szene, die aus seinen volkstümlichen Beobachtungen rund um Plovdiv entstand. · Wikimedia Commons · Public domain

„Rachenitsa“ (1894) ist das bulgarische Gemälde, das man auf den ersten Blick erkennt: eine Taverne, zwei Hände in der Luft, ein ganzer Tanz, der in einem Körper gehalten wird. Mrkvichka malte es nach seinem Umzug nach Sofia, aber seine Wurzeln liegen in seinen Jahren in Plovdiv – in den Dörfern und Jahrmärkten rund um die Stadt, wo er vor dem bulgarischen Tanz zum ersten Mal seine Staffelei aufstellte. Später wurde er einer der Gründer und erster Leiter der Staatlichen Zeichenschule, der späteren Akademie der Künste. Sein Weg zu diesem Anfang verlief über Plovdiv.

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Tsanko Lavrenov: Die Altstadt auf Leinwand

Tsanko Lavrenov (1896–1978), geboren in Plovdiv, machte seine Heimatstadt zum Thema eines ganzen Künstlerlebens. Seine Leinwände mit alten Häusern, Klosterhöfen und Kopfsteinpflastergassen — dicht, warm, fast märchenhaft — prägen bis heute das Bild, das sich Bulgarien vom alten Plovdiv macht: Wer die Augen schließt und „Altstadt“ sagt, sieht oft ein Gemälde von Lavrenov. Die Stadt erwiderte die Geste — das Nationale Kunstgymnasium in Plovdiv trägt seinen Namen und schickt jedes Jahr neue Jahrgänge junger Maler durch eben die Straßen, die er malte.

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Zlatyu Boyadzhiev: Die zwei Leben eines Pinsels

Zlatyu Boyadzhiev (1903–1976), geboren in Brezovo, trug zwei Malerbiografien in einem Körper. Bis 1951 malte er weiche, klassische Dorfszenen. Dann lähmte ein schwerer Schlaganfall seine rechte Hand — und statt den Pinsel niederzulegen, brachte sich Boyadzhiev das Malen mit links bei. Seine späten Leinwände sind größer, greller, wilder, und gerade sie machten ihn zur Legende. Heute hängen seine beiden Leben Seite an Seite in der ständigen Ausstellung „Volkskünstler Zlatyu Boyadzhiev“ in einem Wiedergeburtshaus der Altstadt, während die benachbarte Museumsausstellung „Encho Pironkov“ die Geschichte der Plovdiver Malerei in die Gegenwart führt.

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Die Stadt malt weiter

Die Liste endet nicht mit den Klassikern. Elisaveta Konsulova-Vazova (1881–1965) gehörte zu den ersten Malerinnen Bulgariens; Yoan Leviev (1934–1994) hinterließ in der ganzen Stadt monumentale Werke; Rumen Gasharov (geb. 1936) führt Plovdivs malerische Linie weiter und die in Plovdiv geborene Luba Lukova (geb. 1960) hat die grafische Sprache der Stadt in Galerien auf der ganzen Welt gebracht. Zwischen den Ikonenmalern des 19. Jahrhunderts und den heutigen Ateliers in Kapana ist der Faden nie gerissen – Plovdiv wechselt einfach die Leinwände.

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Die Messestadt: Ausstellung, Industrie und Moderne

Von der ersten Landwirtschafts- und Industrieausstellung im Jahr 1892 bis zur Wiederbelebung der Messe nach dem Krieg baute Plovdiv in der Öffentlichkeit ein Image als Stadt des Austauschs und der Wirtschaft auf.