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Plovdiv auf Leinwand: Wie die Gemälde nach Hause kamen
Ein tschechischer Lehrer malte den Markt, der in Plovdiv geborene Zanko Lavrenov machte die Altstadt zum Thema und die Renaissance-Häuser gaben Zlatyu Boyadzhievs Gemälden ein Zuhause. Die Stadt wurde Bild und Galerie zugleich.
Kapitel 01
Der Markt betrat den Rahmen
Im Jahr 1888 malte Ivan Mrkvichka „Markt in Plovdiv“. Die Stadt präsentiert sich nicht durch ein offizielles Gebäude oder ein Panorama von den Hügeln aus. Es erscheint als Handelsszene – Menschen, Kleidung, Bewegung und Waren, die auf dem Markt gesammelt werden. Das Gemälde ist keine genaue Karte eines identifizierten Quadrats; Seine Stärke liegt darin, eine alltägliche Menschenmenge in ein Bild der Stadt nach der Befreiung zu verwandeln.
Mrkwitschka war 1881 nach Plovdiv gekommen, um am Gymnasium Ostrumeliens Zeichnen zu unterrichten. Er blieb acht Jahre lang, bis er 1889 nach Sofia zog. Zwischen diesen Tagen wurde ein ausländischer Besucher zum Beobachter von innen: Er unterrichtete Schüler und malte die Umgebung, in der er lebte. Der Markt in Plovdiv ist das deutlichste Ergebnis – keine Anmerkung zur Stadt, sondern zur Stadt als Protagonist.
Werksgalerie
Kapitel 02
Eine Ikonenmalerfamilie erreicht das Rathaus
Ein Jahrzehnt bevor Mrkwitschka den Markt malte, waren Kunst und bürgerliches Leben bereits durch eine Familie aus Samokov verbunden. Der Maler Stanislav Dospevski war der Sohn des Ikonenmalers Dimitar Zograf und Neffe von Zahari Zograf. Um 1860 malte er seinen Vater nicht als anonymen Handwerker in einer Kirchenszene, sondern als erkennbare Person in einem Ölporträt.
Stanislavs Bruder Atanas Samokovliev ließ sich als Kaufmann und Persönlichkeit des öffentlichen Lebens in Plovdiv nieder. 1878 ernannte ihn die Provisorische russische Regierung zum ersten Bürgermeister der Stadt nach der Befreiung. Dies macht Dospevski nicht zum „ersten Plovdiver Maler“ – er wurde in Samokov geboren und verfolgte einen breiteren Weg. Die familiäre Verbindung zeigt vielmehr, wie eng Bürste, Handel, Kirchengemeinde und neue Stadtverwaltung in den ersten Nachbefreiungsjahren zusammenstanden.
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Kapitel 03
Lawrenov malte die Stadt, die erinnert
Tsanko Lavrenov wurde 1896 in Plovdiv geboren und machte seine Heimatstadt zum ständigen Thema seiner Arbeit. Alte Häuser, gepflasterte Gassen und Innenhöfe sind in seinen Gemälden kein architektonisches Inventar. Es sind komprimierte Bilder, in denen sich Fassaden, Dächer und Hügel wie Erinnerungen ansammeln. Während Mrkwitschka den Markt als lebendige Szene betrachtete, betrachtete Lawrenow die Altstadt als einen Ort, an dem die Vergangenheit sichtbar blieb.
Die wiederkehrenden Häuser, Dächer und Hügel machen die Altstadt zu einem zusammenhängenden Bildmotiv und nicht zu einer Ansammlung einzelner Fassaden. Plovdiv bewahrt den Namen des Künstlers auch durch Bildung. Die 1976 gegründete National High School of Art trägt heute den Namen Tsanko Lavrenov. Die Stadt, die ihm als Motiv diente, bildet weiterhin Künstler unter seinem Namen aus.
Die Stadt hinter den Gemälden
Kapitel 04
Zlatyu Boyadzhiev und die Hand, die wieder begann
Zlatyu Boyadzhiev wurde 1903 in Brezovo geboren und der erste Teil seiner Karriere war mit sorgfältig konstruierten ländlichen Szenen verbunden. 1951 führte ein schwerer Schlaganfall zur Lähmung seiner rechten Hand. Für einen Maler hätte das vielleicht das Ende seines Handwerks bedeutet. Stattdessen lernte Boyadzhiev, mit der linken Hand zu malen, und begann eine zweite Phase, in der seine Leinwände größer, heller und intensiver wurden.
Die Veränderung ist mehr als ein biografisches Detail. Es ermöglicht, dass die Arbeit einer Person zwei unterschiedliche Malweisen beinhaltet, die durch eine physische Krise und ein entschlossenes Umlernen getrennt sind. Seit 1984 findet im Revival-Haus von Dr. Stoyan Chomakov die Dauerausstellung Zlatyu Boyadzhiev statt – historische Architektur, die Gemälde bewahrt, die durch ein modernes persönliches Drama verwandelt werden.
Das Haus, in dem die Gemälde aufbewahrt werden
Kapitel 05
Als die Gemälde in die Häuser zurückkehrten
In der Altstadt treffen Bauen und Malen auf ungewöhnliche Weise aufeinander. Revival-Häuser begannen als Häuser für Kaufmannsfamilien; Heute sind einige als Museen und Galerien für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Zlatyu Boyadzhiev-Ausstellung ist eine dieser Adressen, während die nahegelegene Encho-Pironkov-Galerie die Präsenz der Malerei zwischen Kopfsteinpflaster und alten Fassaden erweitert. Die Kunstschule fügt eine weitere Form der Erinnerung hinzu – keine Sammlung, sondern Unterricht.
Die Geschichte kann daher ohne Namensaufruf zu Ende gehen. Mrkvichka verwandelte die alltägliche Stadt in ein Gemälde; Lawrenov machte die historische Stadt zu einem erkennbaren Bild; Boyadzhiev zeigte, wie eine malerische Sprache wiedergeboren werden konnte. Plovdiv brachte daraufhin Gemälde in seine Häuser und Namen von Künstlern an seine Schulen. Die Stadt stellt den Künstlern ihr Material zur Verfügung, ihre Bilder lehren spätere Generationen, was sie beachten sollen, und die Galerien bringen diese Sichtweise auf die Straße zurück.
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